Artikel teilen! EM der späten Tore: David Villa erzielte den späten Siegtreffer gegen Schweden (©Getty Images) Die Zus ...
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Der Treffer des Spaniers David Villa am Samstag gegen Schweden war bereits das siebte Tor in den 16 Spielen dieser Endrunde, das nach der 90. Minute gefallen ist. Raul Meireles machte gleich am ersten Tag den Anfang, als er in der 93. Minute das 2:0 für Portugal gegen die Türkei erzielte. Seitdem sind sechs weitere Akteure in seine Fußstapfen getreten.
Entscheidende Treffer
Während die Treffer von Cesc Fàbregas (Spanien gegen Russland) und Wesley Sneijder (Niederlande gegen Frankreich) bei 4:1-Siegen ihrer Mannschaft nur noch das Sahnehäubchen waren, gab es auch
schon entscheidende Tore in der Schlussphase. Die Schweizer Fans werden sich mit Grausen an den Treffer von Arda Turan erinnern, der am Mittwoch in Basel die 1:2-Niederlage der Elf von Köbi
Kuhn und damit das Ausscheiden des Co-Gastgebers besiegelte. 24 Stunden später stand das Wiener Ernst-Happel-Stadion kurz vor der Explosion, als Ivica Vastic in der 93. Minute einen Elfmeter
verwandelte und Österreich damit ein Remis gegen Polen rettete. Am Montag kommt es für die Österreicher in der Gruppe B nun zum alles entscheidenden Spiel gegen den Nachbarn Deutschland.
Zwei Faktoren
Ricardo Quaresmas Treffer in der 91. Minute zum 3:1-Sieg der Portugiesen gegen die Tschechische Republik hat den Erfolg seiner Mannschaft mehr als nur schöner gemacht. Nun genügt den
Tschechen gegen die Türkei kein Unentschieden mehr, um ins Viertelfinale einzuziehen. Gérard Houllier - der frühere Nationaltrainer von Frankreich, der auch für Liverpool FC und Olympique
Lyonnais arbeitete - ist Mitglied der technischen Studiengruppe der UEFA, für ihn sind zwei Faktoren für diesen Trend verantwortlich.
Schnelle Spitzen
"Am Ende eines Spiels werden die Akteure langsam müde und lassen deshalb auch in ihrer Konzentration nach. Es spielt aber auch eine Rolle, dass einige Teams
unbedingt treffen müssen, um am Ergebnis etwas zu ändern", meinte er gegenüber euro2008.com. Bezeichnend an diesem zweiten Punkt ist, dass vier Tore gegen Mannschaften geschossen wurden, die
hinten lagen. Fünf der sieben späten Treffer gehen auf das Konto von drei Nationen - Portugal, Spanien und die Niederlande - die mit schnellen Spitzen spielen. Houllier, der mittlerweile
technischer Direktor des französischen Fußballverbands ist, fügte hinzu: "Es sieht so aus, als ob die letzten Minuten noch nie so entscheidend waren wie bei diesem Turnier."
Beispiel Spanien
Im Hinblick auf den 4:1-Erfolg der Spanier über Russland meinte er: "Nehmen wir zum Beispiel die Russen, die gegen Spanien unbedingt ins Spiel zurückkommen wollten. Sie lagen mit 1:2 zurück
und haben zu viele Spieler nach vorne geschickt, also haben sie noch zwei Gegentreffer kassiert und am Ende mit 1:4 verloren." Frankreich ereilte am Freitag gegen die Niederländer das gleiche
Schicksal. Am Samstag war Villa in der Schlussphase zu schnell für die Schweden - es wäre keine Überraschung, wenn wir noch mehr späte Tore zu sehen bekommen.
[Quelle: uefa.com]